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ReplicataInfoZementfliesen7116000-7119999.pdf
Zementfliesen wurden schon 1850 in Frankreich hergestellt. Sie breiteten sich schnell im gesamten mediterranen Raum aus, wo Sie noch heute in herrschaftlichen Villen oder öffentlichen Gebäuden zu bewundern sind.
Auch heute noch wird Platte für Platte handgefertigt. Dazu wird aus Marmormehl, Weißzement und reinen Farbpigmenten ein farbiges Gemisch hergestellt, das mit einer Trägerschicht aufgefüllt und unter hohem Druck zusammengepresst wird. So entstehen massive 20 mm, 18 mm bzw. 13 mm dicke und äußerst strapazierfähige Platten mit leicht poröser Oberfläche, deren Farb-und Nutzschicht circa 3 mm stark ist.
Bedingt durch das Herstellungsverfahren besitzen die Zementplatten ihre typischen unverwechselbaren Merkmale: eine seidig glatte Oberfläche, edel changierende Farben und leicht unebene Kanten. Ebenso können leichte Abweichungen in Muster, Farbe und Form sowie feine Haarrisse und Salz- u. Kalkausschlag in geringem Umfang auftreten. Diese gehören ebenfalls zu den produktionsbedingten Charakteristika von Zementplatten und sind deshalb keine Reklamationsgründe. Die Zementplatten sind sehr strapazierfähig und verschleißfest. Dank ihrer Trittsicherheit (R9) eignen sie sich auch für nass belastete Räume wie Bäder, Flure und Eingangsbereiche.
Die Fliesenpakete trocken und sauber lagern. Bevor die einzelnen Platten so knirsch wie möglich ins Kleberbett eingebracht werden, sollten die Pakete für ein harmonisches Farbenspiel untereinander gemischt werden.
Der Untergrund muss sauber, eben, tragfähig, formbeständig, trocken und frei von haftungsmindernden Stoffen sein. Darauf wird mit einer 10er Zahnkelle eine Kleberschicht angelegt, die beim Andrücken und sorgfältigen Ausrichten der Platten eine ebene Oberfläche ohne Überzähne ermöglicht. Zur nahezu hohlraumfreien Verlegung ist das Buttering-Floating-Verfahren anzuwenden. Als Fliesenkleber sind schnell erhärtende, schnell trocknende Kleber mit einer kristallinen Wasserbindung zu verwenden.
Der Feuchtigkeitseindrang in die Platten sollte auf ein Minimum reduziert sein, da eine Rückdurchfeuchtung der Platten Verschüsselungen hervorrufen kann. Die Eignung eines Klebers sollte durch Rücksprache mit dem jeweiligen Kleberhersteller geprüft werden. Ein ungleichmäßiger Feuchtegehalt im Belag z.B. durch zu schnelles Abtrocknen der Oberfläche kann zu Verschüsselungen führen. Falls der verlegte Boden noch abgedeckt werden muss, sollte dies mit einem atmungsaktiven Material geschehen.
Die Zementbodenfliesen können am besten mit einem Diamantblatt geschnitten werden. Selbst Gehrungen können so exakt geschnitten werden, dass saubere Stöße an Außenkanten möglich sind. Das Schneiden sollte trocken erfolgen.
Verfugt werden die Platten mit einer Schlämme aus zwei Teilen Trasszement und einem Teil Quarzsand, die unter Zugabe von Wasser in einer joghurtartigen Konsistenz angemischt werden. Keine fertigen Fugmassen verwenden, die einen Kunststoffanteil enthalten, da diese einen Grauschleier bilden können! Es sollten nur Fugmörtel in weißen, cremefarbenen oder hellgrauen Farbtönen verwendet werden. Keine farbigen Fugenmassen!
Der Fugmörtel wird mit einem Fugbrett in die Fugen eingepresst und so lange eingearbeitet, bis die Fugen nicht mehr fallen. Nach Abschluss eines jeweils gut erreichbaren Abschnitts wird diese Fläche vollständig gereinigt.
Nach dem Verlegen und Verfugen der Zementfliesen (siehe Schritt 1. u. 2.) ist die Oberfläche in folgenden Schritten zu behandeln:
Nach der Verlegung stellt eine gründliche Reinigung die Grundlage für das Imprägnieren dar. Nach dem Kehren oder Absaugen des Bodens, evtl. auch Abspachteln von Mörtel- und Farbresten, ist die Fliesenfläche leicht feucht zu wischen. Grobe Bauverunreinigungen können nach Vornässen mit Scheuerpulver abgeschrubbt werden. Absäuern ist nicht erlaubt! Anschließend die Platten sparsam mit sauberem Wasser wischen und gut durchtrocknen lassen.
Die grundgereinigten Platten haben ein stumpfes Erscheinungsbild. Die Oberfläche zeigt im makrofeinen Bereich eine offenporige Struktur. Durch Schließen dieser Struktur erhält der Boden sein gewünschtes Aussehen. Generell gilt sowohl für Imprägnierungsmittel als auch für Schmutz: Was zuerst eindringt ist auch sichtbar
Vor der Imprägnierung müssen die Fliesen sauber und absolut durchgetrocknet sein, die Kapillare dürfen durch das vorherige Reinigen nicht mit Feuchtigkeit gesättigt sein. Vor dem kompletten Imprägnieren ist eine aussagefähige Probefläche anzulegen.
Die Imprägnierung erfolgt mit VIA-Plattenöl. Als Werkzeuge eignen sich ein Farbroller (Schaumstoff) und eine handelsübliche vibrierende Poliermaschine. Die Schaumstoffwalze ist mit Plattenöl zu tränken um einen gleichmäßig sättigenden Auftrag des Öls zu erreichen. Wenn das Öl zunächst von der Oberfläche absorbiert wird, solange nachölen, bis ein dünner Überschuss stehen bleibt. Das überstehende Öl sofort mit der Poliermaschine in die Oberfläche einpolieren. In gut erreichbaren Abschnitten von ca. 3 Plattenreihen zum Ausgang hin arbeiten. Der Boden kann nach einem Tag begangen werden. Nach 7 Tagen ist das Öl vollständig ausgehärtet und der Boden ist gebrauchsfertig. Währen der Aushärtzeit darf der Boden nicht gereinigt werden.
Nach dem Imprägniervorgang darf der Boden keine Flüssigkeit mehr aufnehmen. Das kann durch ein paar Wassertropfen geprüft werden. Nur so ist gesichert, dass sich in der Oberfläche keine Verschmutzungen festsetzen und die Oberfläche leicht zu reinigen ist.
Verbrauch: ca. 1 Liter pro 30 – 40 m²
Alternativ zur handelsüblichen Poliermaschine kann die Fliesenoberfläche auch mit Diamantschleifpads und einer Einscheibenmaschine aufpoliert werden, um den gewünschten Glanzgrad zu erhalten. Auch die Oberfläche von alten Böden kann damit aufgearbeitet werden.
Jeder Putzvorgang besteht aus Reinigung und Pflege. Wichtig ist, dass der Reinigungseffekt nicht durch saure Reinigungsmittel, sonder mit alkalischen, leicht rückfettenden Mitteln erzielt wird !!! Saure Reinigungsmittel rauen die Oberfläche auf und sollten auf keinen Fall benutzt werden. Grobe Verschmutzung kann auch mit Scheuerpulver beseitigt werden. Traditionell wurden Terrazzoböden mit einer rückfettenden Schmierseife gereinigt – Schmierseife trägt durch eine natürliche Rückfettung zu Bodenpflege bei. Gut Ding will Weile haben – eine Patina baut sich erst mit der Zeit auf und schützt die so gepflegten Böden.
Die mit VIA-Plattenöl frisch imprägnierten Oberflächen sowie Fliesenoberflächen, die schon viele Jahre hinter sich haben, können mit Diamantschleifpads und einer Einscheibenmaschine aufpoliert werden. Diamantschleifpads sind Bodenreinigungsscheiben, die mit unzähligen mikroskopisch kleinen Diamanten bestückt sind und den Boden mechanisch reinigen und polieren.
Dabei ist folgendermaßen vorzugehen:
Die befeuchtete Fläche wird mit drei verschiedenen Pads nacheinander bearbeitet. Die Pads haben drei verschiedene Körnungen und sind mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet.
Die seitenrichtige Montage der Pads auf der Einscheibenmaschine ist zu beachten. Die markierte Seite muss nach oben zeigen. Die Fläche muss angefeuchtet sein; bei trockener Anwendung haben die Pads keine Polierwirkung.
Das zur Imprägnierung geeignete Plattenöl des Herstellers ist bei uns erhältlich. Generell bieten wir Ihnen die Lieferung des Plattenöls in unseren Angeboten mit an. Sie können auch die Diamantschleifpads sowie eine spezielle Pflegeseife bei uns beziehen.
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Replicata Florian Langenbeck und Verena Kohlbrenner GbR,